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VGSD-Vorschläge angenommen: GKV-Mindestbeitrag wird von 423 auf 188 Euro pro Monat (– 56 Prozent) sinken!

Der VGSD meldet (Quelle: https://www.vgsd.de/beschlossen-gkv-mindestbeitraege-sinken-zum-1-1-19-um-56-bundestag-setzt-gleich-zwei-pragmatische-vorschlaege-von-uns-um/):

Wir haben eine sehr erfreuliche Neuigkeit zum GKV-Versichertenentlastungsgesetz, bei dem  es ja (wie ihr wahrscheinlich wisst) u.a. um die Halbierung der Mindestbeitragsbemessungsgrenze für hauptberuflich Selbstständige geht.

In der vom VGSD initiierten und von 16 weiteren Verbänden mitgezeichneten gemeinsamen Stellungnahme zu Gesetzesentwurf hatten wir zwei „pragmatische Vorschläge“ gemacht:

  1. Der erste Vorschlag bestand darin, die Mindestbemessungsgrenze nicht nur von 2.284 auf 1.142 Euro zu halbieren, sondern bei der Gelegenheit gleich auf 1.015 Euro, um damit künftig auf die Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit verzichten zu können, die sonst weiterhin mit viel Bürokratie verbunden wäre. Dadurch sinkt zum Jahreswechsel der Mindestbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung nicht nur von 423 Euro  auf 211, sondern auf 188 Euro. Das ist eine Beitragsreduzierung um 56 Prozent!
  2. Der zweite Vorschlag bestand darin, dass uns Selbstständigen bei Bezug von Krankengeld (ab der 7. Woche) und bei Bezug von Eltern- und Mutterschaftsgeld  nicht mehr der Beitrag auf das fiktive Einkommen abgezogen wird. (Vgl. dazu unser Bericht mit Hintergrundinfos sowie der Fernsehbeitrag von Plusminus zu diesem Thema, für den wir unter euch nach Interviewpartnern gesucht hatten).

Scheinselbständigkeit: Neuigkeiten zum Gesetzentwurf und vom VGSD

Am Donnerstag wurde ein neuer Referentenentwurf bekannt – Nahles verzichtet auf Horror-Katalog und Vermutungsregelung – ein toller Erfolg und wichtiges Etappenziel. Ganz, ganz herzlichen Dank dafür an alle VGSD-Mitglieder und -Unterstützer!
Rechtssicherheit ist damit allerdings noch nicht hergestellt, die DRV wird weiter aus  jedem zweiten Solo- einen Scheinselbstständigen machen. Heute haben wir Zeitreihen veröffentlicht (vgl. 2.), die die Entwicklung zeigen. Unsere vier neuen Forderungen für mehr Rechtssicherheit konzentrieren sich deshalb auf die  Entscheidungspraxis der DRV.
Quelle: http://www.vgsd.de/vgsd-news-16-02-zeig-gesicht-120-000-protestmails-neuer-gesetzesentwurf/

Moderne „Wissensarbeiter“ als Kollateralschaden?

Personaldienstleister-Allianz startet die Kampagne experten-arbeit-retten.de, u.a. auch mit der Unterstützung des VGSD, gegen „Werkvertragsgesetz“.

Hier droht die Bundesregierung durch eine Fehlausrichtung einer Arbeitsmarktregulierung Kollateralschäden in Branchen und Marktfeldern auszulösen, wie der Digital- und Kreativwirtschaft, die ursprünglich überhaupt nicht angesprochen waren oder im Koalitionsvertrag sogar als förderungswürdig bezeichnet wurden (Koalitionsvertrag 201, Seiten 17-19). Hochqualifizierte selbständige Wissensarbeiter und Experten, die z.B. in der IT-Branche, als Ingenieure oder als freie Unternehmensberater tätig sind und über hochdotierte Beraterverträge als Experten den deutschen Unternehmen projektbezogen zur Seite stehen, sind davon betroffen. Auch freiberufliche Honorar- und Notärzte in ländlich schlecht versorgten Gebieten leiden unter dieser Diskussion. Solche Know-How-Träger haben sich bewusst und aus freien Stücken für die Selbständigkeit entschieden und erwirtschaften in aller Regel bis sechsstellige Jahresumsätze; und dies zu Recht. Die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft ist auf diese Spezialisten heute und in Zukunft angewiesen.
Quelle: https://experten-arbeit-retten.de/hintergrund/